Menü

The Pretty Ones

-- april-mai 2013 --

Im Sommer 1948 wurde eine der grössten Stil-Ikonen der Moderne geboren - der Porsche 356. Die Produktion begann in einem alten Sägewerk in Gmünd, wohin das Porsche Design-Büro während der Bombardierung der Rüstungsindustrie um Stuttgart durch die Alliierten geflohen war. Der erste Prototyp wurde als Cabriolet gebaut; hauptsächlich um zu sehen, wie viele der Standardteile von Volkswagen genutzt werden konnten. Der Prototyp Nummer Zwei erhielt dabei eine Form, die erahnen liess, wie das das Auto zunkünftig in der Massenproduktion aussehen würde. Inspiration hatte man hier bei der Form beim VW Käfer gefunden.



Das Sägewerk war selbstverständlich weit von den Idealbedingungen für den Automobilbau entfernt, und das bedeutete, dass die Produktion nur langsam voranging. Karosserieteile wurden von Hand einzeln über Holz geformt, und somit war die Produktion sehr zeitaufwändig und die Anzahl der gefertigten Autos nur gering. Bis 1951 produzierte man daher auch nur etwa 50 Autos in der alten Sägemühle. Knapp zehn von ihnen waren Cabrios mit der Karosserie des Schweizer Herstellers Beutler. Der Porsche 356 kann daher in vier verschiedene Baureihen aufgeteilt werden, die zwischen den Jahren 1948 und 1965 hergestellt wurden.

1949 wurde das Auto im Internationalen Automobil-Salon in Genf gezeigt und erweckte grosses Interesse. So gross, dass Porsche sogar den Bau einer Serie mit 500 Fahrzeugen plante. Porsche begann nun mit dem Umzug zurück in die alten Räumlichkeiten in Zuffenhausen in Deutschland, die von der US-Armee besetzt worden waren. Das Problem war jedoch auch hier, dass die alten Räumlichkeiten nicht für eine Produktion von 500 Fahrzeugen ausgelegt waren. Die Fabrik war für ein Baugewerbe bestimmt, und man musste daher einen Platz auf dem Nebengrundstück beim Karosserie-Hersteller Reutter mieten. Dies geschah aber nur gegen das Versprechen, dass Reutter die Karosserien bauen durfte. Der Hauptunterschied war, dass sie nun aus Stahl gebaut wurden, weil Reutter die Möglichkeiten zum Schweissen von Aluminium fehlte.

Der Prototyp wurde weiter verfeinert, und im Jahr 1956 als Modell 356 A eingeführt. Autos aus dieser Baureihe sind auch als "The Pretty Ones" bekannt. Das Modell auf unserem Bild ist ein 356 B von 1961.

Der Porsche 356 war ein grosser Erfolg in Amerika und wurde für vielen Rennen wie z.B. die Carrera Panamericana verwendet. Dieses Sieben-Tage-Rennen inspirierte dann später massgeblich die Namen nachfolgender Porsche-Modelle.

Das Modell 356 war bei Prominenten sehr beliebt, und ist auch vor allem durch den Porsche-Liebhaber James Dean zu Ruhm gelangt. Man sagt, dass der Porsche 356 das Lieblingsauto von Dean war, und er diesen täglich fuhr.

James Dean wurde 1931 in Marion, Indiana, geboren und nach seiner Theaterausbildung am Actors Studio in New York, wurde er im Hollywood der 50er Jahre berühmt. Leider konnte er selbst nur einer von seinen drei Filmpremieren behwohnen, da er einen tragischen Tod bei einem Autounfall auf dem Weg zu einem Rennen in Salinas, Kalifornien, 1955 erlitt. Ein Autounfall, der bis heute umstritten ist - James Dean oder sein Automechaniker, der das Auto fuhr? Eines ist jedoch sicher - der Unfall geschah mit einem 550 Spyder, einem Modell von Porsche.

Wahrscheinlich war es die weichen verführerischen Linien, die das Auto zu Deans Favoriten machten. Er selbst kleidete sich eher einfach in Jeans und Lederjacke. Dieser Stil provozierte viele, und man könnte sagen, dass Dean den rebellischen Teenager personifizierte. Geholfen wurde ihm dabei unabstreitbar durch sein gutes Aussehen. Er gilt bis heute als der Urtypus des jungen Rebellen der 50er Jahrel und verhalf einem weniger formellen Kleidungsstil zum Durchbruch in Hollywood. Geprägt war sein Stil von Einfachheit und Minimalismus, und so kam es, dass man ihn selten oder nie mit einem Accessoire wie einem Hut oder Schal sah.

Möchten Sie den Stil von James Dean wieder beleben, aber immer noch gut gekleidet sein, entscheiden Sie sich für ein weisses oder cremefarbenes Hemd mit Button-Down-Kragen und ein Paar Khaki-Chinos zusammen mit braunen Schuhen.

The Tailor